Gesundheitsgefahr Abwasserschaden: Warum man Fäkalschäden im Boden nicht ignorieren sollte
Wasserschäden im Haus sind immer ein Ärgernis. Zur ernsthaften gesundheitlichen Gefahr werden sie jedoch, wenn kontaminiertes Abwasser aus Toiletten austritt und in Böden und angrenzende Bauteile eindringt. Bei diesen sogenannten Fäkalschäden gelangen organische Verunreinigungen und Mikroorganismen tief in die Bausubstanz, was zu erheblichen hygienischen Belastungen für die Bewohner werden kann. Was im ersten Moment beherrschbar erscheinen mag, kann sich schnell zu einem komplexen Schadensbild entwickeln. Ohne fachgerechte Analyse und eine gründliche, materialgerechte Tiefenreinigung können gesundheitsgefährdende Keime und hartnäckige Geruchsquellen über Jahre hinweg aktiv bleiben. Mit unserer langjährigen Erfahrung in Baubiologie und Umweltanalytik verfügen wir über das notwendige Know-how, um solche Belastungen präzise zu erfassen und passgenaue Sanierungskonzepte zu entwickeln.
Fallbeispiel: Verdeckter Fäkalienschaden im Mehrfamilienhaus
In einer Wohnung eines Berliner Mehrfamilienhauses trat aufgrund eines Rückstaus im Abwassersystem über mehrere Stunden hinweg fäkalienhaltiges Abwasser aus der Toilette aus und verteilte sich im Bad sowie in angrenzenden Räumen. Obwohl die betroffenen Bereiche oberflächlich gereinigt und desinfiziert wurden, kam es zu aufgequollenen Bodenbelägen und unangenehmen Gerüchen. Unser Team wurde mit der Schadensanalyse beauftragt. Wir ermittelten ein präzises Bild des Ausmaßes der Schäden, indem wir Oberflächenproben und Materialproben aus der Estrichdämmung in mehreren Räumen entnahmen. Auch Feuchte- und Klimamessungen gehören zu einer vollständigen Untersuchung nach Abwasserschäden dazu, um die Durchfeuchtungstiefe, das mikrobiologische Aktivitätspotenzial und mögliche Sekundärschäden richtig bewerten zu können.
Feuchtemessung im Boden
Bohrkern von der Estrichdämmung zur Materialprobe
Expertise bei Abwasser- und Fäkalschäden: Analyse und Sanierungsempfehlungen von UVS
Wir begleiten abwasserbedingte Schadensfälle in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Als Fachbüro für Baubiologie und Umweltanalytik mit jahrzehntelanger Erfahrung stehen wir betroffenen Hauseigentümern von der ersten Untersuchung bis zur Bewertung der Sanierung fachkundig bei.
Großflächiger Schimmelpilzbefall in Wand und Boden
Die Ergebnisse machten deutlich, dass der Schaden nicht auf einzelne Bereiche begrenzt war, sondern ein mikrobieller Befall in allen untersuchten Räumen vorlag. Wir stellten starke Schimmelpilzbesiedlungen fest, unter anderem mit typischen Feuchteschimmelarten wie Stachybotrys chartarum. Auch an Wandanschlüssen und hinter Fußleisten stellten wir erhöhte mikrobiologische Belastungen fest. Gleichzeitig war die Bausubstanz so feucht, dass ein weiteres Wachstum der Schimmelsporen begünstigt wurde. Der gesamte Schadensbereich wurde aufgrund der großflächigen Ausdehnung der Biomasse (> 0,5 m²) in die höchste Kategorie für Schimmelpilzschäden (Kategorie 3) nach dem Schimmelpilzleitfaden des Umweltbundesamtes (2017) eingestuft. Diese Einstufung beschreibt ein Schadensausmaß, das wegen Gesundheitsgefahren sofort zu unterbinden ist. Die Sanierung muss in solchen Fällen durch ein qualifiziertes Fachunternehmen erfolgen und von einer abschließenden Kontrolluntersuchung begleitet werden.
Gründliche Sanierung durch Rückbau des Fußbodens
Eine technische Trocknung der betroffenen Räume wäre im vorliegenden Fall nicht ausreichend gewesen, um die Kontamination vollständig zu beseitigen. Die Kombination aus mikrobieller Belastung, erhöhter Feuchte und fäkalem Nährstoffeintrag ließ nur eine seröse Empfehlung zu: der Fußbodenaufbau musste vollständig entfernt werden. Das heißt, alle Schichten einschließlich Bodenbelag, Estrich und Dämmung müssen fachgerecht zurückgebaut und entsorgt werden. Erst nach professioneller Reinigung, Trocknung und Desinfektion aller Bauteile kann ein Neuaufbau stattfinden. Wenn die Belastung vollständig beseitigt ist, ist auch eine sichere Nutzung der Räume ohne gesundheitliche Gefahren wieder möglich. Unser Team aus erfahren Baubiologen hat durch eine abschließende Sanierungskontrolle den Erfolg der Maßnahmen sichergestellt. Sie konnten nachweisen, dass keine relevanten mikrobiellen Belastungen mehr vorliegen.


